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Nun ist die Dornröschen-Verschwörung für alle zu sehen, die am 5. Februar im Ringlokschuppen nicht dabei sein konnten. Natürlich können sich auch die Leute, die den Film schon kennen, selbigen gerne nochmal oder auch immer wieder ansehen. Wir haben damit beim 28. UniVideoMagazin den 3. Platz bei der Publikumswahl belegt sowie einen Sonderpreis erhalten. Hier nun die beiden YouTube-Links, wobei der kürzlich geschnittene Director’s Cut für alle neu sein dürfte. In diesem Sinne wünsche ich nun viel Spaß und gute Unterhaltung! :)

Die Dornröschen-Verschwörung (28. UniVideoMagazin-Version)

Die Dornröschen-Verschwörung (Director’s Cut)

Supernova

Da war er nun also, nur einige wenige Meter entfernt, zum Greifen nah. Doch er traute sich nicht mit seiner Hand den Gral zu umschließen. Er, der die tiefsten Täler durchschritten, die höchsten Berge überwunden, die größten Ozeane überquert hatte, ja er verblieb in einer sehnsüchtigen Beobachtung, die schon halb das Heiligtum berührende Hand sinken lassend. Er fuhr mit seiner rechten Hand nachdenklich durch seinen dichten, dunklen Vollbart, in welchem an einigen Stellen bereits graue Akzente zu erkennen waren und die lange Reise, über Monate und Jahre, dokumentierten.

Nach einer schier ewiglichen Suche in Bibliotheken, Museen, Universitäten und weiteren kulturellen Institutionen fand er den Standort des Grals heraus. Er erinnerte sich genau an diesen einen trüben Wintertag, der die ohnehin vereisten Gesichter der Menschen weiter gefrieren ließ. Er hatte die gesamte Woche mit der Rekonstruktion einer alten Karte, sie stammte aus der Antike -  der Zeit der Cäsaren, der Tribunen, der großen Philosophen – verbracht. Ein Spaziergang durch den pulverfeinen Schnee, Blicke in die von dem reinen Weiß bedeckten Zweige der Bäume, sein weit in die Ferne schweifendes und dennoch zielloses Schauen über die das Sonnenlicht reflektierende Eisfläche eines gefrorenen Sees brachte die Erleuchtung.

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Zu Beginn des Wintersemesters 2009/2010 bin ich in das schillernd-verruchte Filmgeschäft eingestiegen und war an zwei Kurzfilmen im Seminar „Vorsicht Dreharbeiten!“ an der Universität Bielefeld beteiligt. So feierte ich in dem 90-Sekünder „Blind Affair“ mein Debüt als Schauspieler und wurde auch sogleich in die Welt des Glitzer und Glamour eingeführt. Im Rausch von Koks und Nutten wurde mir klar: höhere Weihen warten auf mich! So entwarf ich das Drehbuch für den Fünfminüter „Die Dornröschen-Verschwörung“. Während der Dreharbeiten übernahm ich zudem die Rolle des Regisseurs und Schauspielers in Personalunion. Durch meinen mittlerweile gestiegenen Einfluss in der Filmbranche gelang es mir eine fähige Crew um mich zu versammeln sowie zahlreiche Gaststars zu engagieren – Produktionen wie „Oceans Eleven“ sind ein Scheiß dagegen!

Nach etlichen Drehtagen und einer anstrengenden Postproduction ist nun das Werk vollbracht. Nach eingehender Prüfung wurde der Film zwar gekürzt, hat aber die Vorrunde überstanden und sich somit für die Vorführung am 5. Februar im Ringlokschuppen in Bielefeld qualifiziert. Aufgrund des großen Interesses präsentiere ich an dieser Stelle nun eine Hanvoll Screenshots aus dem fertigen Film, um ein wenig Appetit zu machen.

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Ein Mensch mit Stierkopf und allen weiteren Eigenschaften dieses Geschöpfes, also Muskeln und vor allen Dingen spitze Hörner, kommt auf mich zugerannt. Mein Herz springt mir fast aus dem Brustkorb, aber irgendwas in mir sagt diesem Verrückten den Kampf an. Dem ersten Schlag weiche ich aus, der zweite trifft mich wie ein Vorschlaghammer in die Magengrube. Nach Luft ringend lehne ich mich an die Tür und der Wichser schaut mich mit seinem verdammten Stieraugen an. Ich versuche mit kraftlosen Händen ihm die Maske runterzureißen, aber vergeblich, meine Arme fallen schlaff herunter. Mich so an der massiven Eisentür abstützend, geht der Stiermensch ein paar Meter zurück, nimmt Anlauf und richtet seine Hörner direkt auf meinen Oberkörper. Dann rennt er auf mich zu. Noch 10 Meter, noch 5. „Komm schon!“, denke ich. In mir regt sich der pure Überlebensinstinkt. Drei, zwei, eins.

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Seit geraumer Zeit wundere ich mich über die vielen Klicks von Jupps Erlebnisbericht „Wie eine Schnittwunde mein Leben veränderte“. Dies mag vielleicht an Jupps schöner Erzählweise liegen oder aber die Leute sind einfach besorgt um ihren kleinen Knuddelbär. Ich habe eine weitere Möglichkeit erschlossen: Cyberchondrie! Der eine oder die andere mag sich nun verwundert den Kopf kratzen und fragen, was das denn nun schon wieder für ein neues Modewort sein soll. Wenn man unser allseits griffbereites und beliebtes Wikipedia zu Rate zieht, dann steht dort zu dem Begriff „Cyberchondrie“ folgendes: „ein Kofferwort aus Cyber und Hypochondrie, bezeichnet einen pathologischen Zustand beim Menschen, bei dem hypochondrische Tendenzen durch Informationen aus dem Internet ausgelöst oder verstärkt werden“.

Es stellt sich nun die Frage, ob der Artikel „Wie eine Schnittwunde mein Leben veränderte“ tatsächlich unabsichtlich in genau diese Sparte schlägt. Eine erste Beantwortung gibt Google. Gibt man in die Suchleiste die Stichworte „Daumen“ und „Schnittwunde“ ein, so ist der TandemWorks-Artikel auf Platz 4 geführt – so hoch wie kein anderer Beitrag unseres Blogs!

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Damnatio (II): Carpe Noctem

Nach einigen Wutschreien und Schlägen gegen die Wand finde ich langsam meine Fassung wieder. Jetzt bloß cool bleiben, es gibt für alles eine Erklärung und wenn sie noch so beschissen ist. Ich gehe den Gang hinunter, immer dem Geräuschpegel entgegen. Ein Typ, dessen Gesicht ich nicht erkenne, da es die Lichtverhältnisse nicht zulassen, schleust mich durch eine große Metalltür, durch dessen Bullauge vereinzelte Lichtstrahlen fallen. So gelange ich in einen riesigen Saal, welcher von Stroboskop-Licht und Laser-Gewitter erfüllt ist. Dazu passend liefert die Musik hämmernde Beats. „Muss wohl ein Königreich für Epileptiker sein“, denke ich sarkastisch lachend und steuere auf eine Ecke des Raums zu, welche die meisten Ähnlichkeiten zu einer Bar aufweist.

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Damnatio: Sedes Beatae

Es gibt so Tage, an denen begehe ich Fehler, große und schlimme Fehler. Heute ist einer dieser Tage, an dem ich einen Fehler begangen habe, einen großen und schlimmen Fehler. Ich hätte diesen Freaks auf der Party nicht trauen dürfen, die mich mit irgendeinem belanglosen Zeug vollgelabert haben. Überhaupt hätte ich gar nicht zu dieser Party gehen sollen, aber da war eben Sarah und wie das nunmal mit den Gefühlen zwischen Mann und Frau ist, sie treiben einen zu Dingen, die man eigentlich gar nicht machen will, die einem widerstreben. Erst recht hätte ich aber nicht diesen verdammten Drink von diesen komischen Typen in diesen seltsamen Outfits trinken sollen, der hat mich total umgehauen. Dies ist mein Fehler, vielleicht mein letzter. Gerade deshalb bitte ich Euch, mir zuzuhören, denn ich erzähle Euch nun die Geschichte meiner letzten Stunden.

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Von Apps und Abwrackprämien

Die Internetseite http://www.unwortdesjahres.org/ wählt jedes Jahr die schlimmsten, hässlichsten und dabei vielsagendsten Wörter des Jahres. In den letzten Jahren sind dabei wunderbare Neologismen wie „Ehrenmord“, „Luftverschmutzungsrechte“, „Humankapital“ oder „Outsourcing“ gekührt worden. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Fülle an Unwörtern schier unüberblickbar ist, deswegen biete ich mal einige schöne Vorschläge für unschöne Wörter an, die mich in diesem Jahr am meisten beeindruckt haben.

„Flatratepuff“ – Sind denglische Komposita an und für sich schon ein Grauen für jeden Germanisten, ist dieses Wort auch noch aus zwei ohnehin schon negativ konnotierten Begriffen zusammengesetzt. Sinnbildlich steht es dann auch noch für die Art und Weise, wie sehr Hedonismus und Notgeilheit in unserer heutigen Gesellschaft bereits fortentwickelt sind. Ich will ja nicht wieder mit Hasstiraden über universelle Regression anfangen, ihr wisst ja schon was ich meine…

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Letztens wurde ich von einer Freundin gefragt, was es mit dem Ausspruch „Eine Frau ist schließlich kein Bausparvertrag“ auf sich hat, welchen ein männliches Geschöpf im Rahmen eines abendlichen Gruppentreffs in einer Kneipe äußerte (über die Umstände herrscht hier keine Klarheit, wichtig sollen sie für den weiteren Verlauf dieses Berichts aber auch nicht sein). Natürlich machte ich mir als Kulturpessimist und Melancholiker in Personalunion sofort meine Gedanken und antwortete ihr in Form eines Lehrervortrags folgendes:

„Eine sehr interessante These, dessen wahrer Kern in vielen Fällen bestätigt wird. Interpretieren wir, liebe Kinder, nun diese Aussage.

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Stuhlkreis (VI)

Schade, dass ich kein gläubiger Christ mehr bin. Meine Familie hatte sich von der Kirche angewandt, als ich noch ein kleiner Junge war. Der Pastor hatte meinen damals etwa neun Jahre alten Bruder eines Tages zu sich nach Hause eingeladen, ihm ein bisschen Obst angeboten und ihn dann darum gebeten, seine Hose auszuziehen. Das sei ganz normal, wenn man bei einem Pastor zu Hause ist. Irritiert, aber gutgläubig erfüllte mein Bruder den priesterlichen Wunsch, ließ sich begutachten, anfassen und küssen.

Später erzählte er, entgegen der strengen Mahnung des Pastors, alles unserer Mutter. Ein paar Tage später fehlte von dem Pastor jede Spur, ein neuer kam, man sprach nicht darüber, die Gemeinde jauchzte weiter ihre Lobeshymnen auf das Lamm Gottes, nur meine Familie hatte man seitdem nicht mehr zum Gottesdienst antreffen können, nicht einmal sonntags. Das einzige Jauchzen, das man in unserem Haus nun zu hören bekam, waren die stillen Schluchzer der Mutter, eine strenge Katholikin, die ihren Glauben verloren hatte und sich schließlich mit ihren Sorgen an flaschenförmige Götzen wenden sollte.

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