Da war er nun also, nur einige wenige Meter entfernt, zum Greifen nah. Doch er traute sich nicht mit seiner Hand den Gral zu umschließen. Er, der die tiefsten Täler durchschritten, die höchsten Berge überwunden, die größten Ozeane überquert hatte, ja er verblieb in einer sehnsüchtigen Beobachtung, die schon halb das Heiligtum berührende Hand sinken lassend. Er fuhr mit seiner rechten Hand nachdenklich durch seinen dichten, dunklen Vollbart, in welchem an einigen Stellen bereits graue Akzente zu erkennen waren und die lange Reise, über Monate und Jahre, dokumentierten.
Nach einer schier ewiglichen Suche in Bibliotheken, Museen, Universitäten und weiteren kulturellen Institutionen fand er den Standort des Grals heraus. Er erinnerte sich genau an diesen einen trüben Wintertag, der die ohnehin vereisten Gesichter der Menschen weiter gefrieren ließ. Er hatte die gesamte Woche mit der Rekonstruktion einer alten Karte, sie stammte aus der Antike - der Zeit der Cäsaren, der Tribunen, der großen Philosophen – verbracht. Ein Spaziergang durch den pulverfeinen Schnee, Blicke in die von dem reinen Weiß bedeckten Zweige der Bäume, sein weit in die Ferne schweifendes und dennoch zielloses Schauen über die das Sonnenlicht reflektierende Eisfläche eines gefrorenen Sees brachte die Erleuchtung.

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